„Wir bringen Leben in eine oft trübe Welt“ –

Schwingbach-Schüler begegnen Ehrenamtlichen

Eine besondere Begegnung konnten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10d und 10e der Gesamtschule Schwingbach erleben, als sich Ehrenamtliche des Hospizvereins Gießen e.V. im Rahmen des Religionsunterrichtes vorstellten.

Nach einer Begrüßung durch den Schulleiter Rüdiger Hackenbroch, gab der Vorstand des Hospizvereins Gießen, vertreten durch Dr. Sabine Burger, einen kurzen Einblick in die Arbeit des Hospizvereins. Zum Einstieg berichtete Dr. Burger von eigenen Erfahrungen aus der Kindheit, die sie dazu bewogen hatten, Palliativärztin zu werden.

Anschließend konnten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen Gespräche mit den Ehrenamtlichen führen. In verschiedenen Bereichen, wie etwa im Hospiz, auf der Palliativstation, im Alten- und Pflegeheim und auch zuhause besuchen sie Menschen, um diesen auf ihrem letzten Weg Beistand zu leisten und für sie da zu sein.

Am meisten interessierte die Jugendlichen die Motivation, die die Ehrenamtlichen zu dieser Tätigkeit bewegt. Auf diese Frage antwortete Norbert Münch vom Hospizverein ohne zu zögern: „Ich habe so viel Gutes in meinem Leben erfahren und daher möchte ich der Gesellschaft etwas zurückgeben.“ Und auch Martina Hollmann erzählt: „Für mich ist es wichtig, die Menschen nicht allein zu lassen und die noch verbleibende Zeit positiv zu nutzen, indem wir gemeinsam Musik hören oder ich etwas vorlese. So bringen wir Ehrenamtliche Leben in eine oft trübe Welt.“
Häufig sind es auch eigene Verlusterfahrungen, die die Ehrenamtlichen dazu bewegen, sich in der Hospizarbeit zu engagieren.


Auf die Frage, mit welchen Herausforderungen die Sterbebegleiter es zu tun haben, berichtete Helmut Stanzel, dass es das „Hinein-Spüren“ sei, mit welchem Menschen man es zu tun hat, um auf individuelle Bedürfnisse eingehen zu können. Auch Sabine Burger betont, dass es enorm wichtig sei, sein Gegenüber einzuschätzen und dass stets der Sterbende „die Regie führe“, ob es z.B. beim Malen, Spazierengehen oder auch beim Bestellen eines Lieblingsessens sei.

Einige Schülerinnen und Schüler hatten bereits erste Erfahrungen mit dem Thema Sterben und Tod in ihrem näheren Umfeld und konnten diese den Ehrenamtlichen eindrucksvoll schildern.

So entstand an diesem Vormittag ein reger und engagierter Dialog. Religionslehrerin Jasmin Sayid stellte fest: „Ich bin beeindruckt, wie interessiert die Jugendlichen an diesen Themen waren und wie offen sie damit umgingen, ganz ohne Berührungsängste.“
Durch die Begegnungen dieses Vormittags konnten die Schwingbach-Schüler und -Schülerinnen intensive und wertvolle Einblicke in die Hospizarbeit bekommen. Ein schöner musikalischer Abschluss rundete die Veranstaltung ab, als der Ehrenamtliche Norbert Münch den Song „Hinterm Horizont geht’s weiter“ auf der Gitarre spielte und dazu sang.

(Text und Fotos: Jasmin Sayid)

 

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