„Der verlorene Blick“

blinde Frau zum dritten Mal zu Gast in Gesamtschule Schwingbach

Die Klasse 7b der Gesamtschule Schwingbach in Rechtenbach erhielt kürzlich Besuch von Monika Thomaka und erfuhr viel Wissenswertes zum Thema Blindheit. Im Deutschunterricht wählten die Schülerinnen und Schüler Jana Freys Buch „Der verlorene Blick“ zum gemeinsamen Lesen aus, in dem es um einen Autounfall geht, bei dem ein Mädchen sein Augenlicht verliert. Diese Thematik interessierte die Klasse sehr. Über den „normalen“ Deutschunterricht hinaus beschäftigten sich die Schüler beispielsweise auch mit der Brailleschrift. Verena Louven, Deutschlehrerin der 7b, lud zum Abschluss und Höhepunkt der Unterrichtseinheit die seit Geburt blinde Monika Thomaka ein, damit ihre Klasse in einen direkten Austausch treten konnte und so auf alle Fragen eine Antwort bekam. Nachdem Frau Thomaka etwas über sich erzählt hatte, durften Fragen gestellt werden: ob die Kleidung im Schrank farblich sortiert ist, wie es mit dem Einkaufen funktioniert, wenn man keine Preise ablesen kann, und vieles mehr. So lernten die Schüler, dass fast alles möglich ist: Tandem fahren mit dem Mann, im Chor singen, mit dem Hund spazieren gehen, arbeiten gehen, kochen… Gleichzeitig wurden auch Hilfsmittel, die den Alltag für Blinde und Sehbehinderte erleichtern, vorgestellt. Dazu gehören beispielsweise eine spezielle Armbanduhr, eine sprechende Waage und Handyfunktionen, die es ermöglichen, Nachrichten zu schreiben. Staunend konnten alle mitverfolgen, wie Frau Thomaka die Brailleschrift ins Handy tippte und dann aus einem Buch mit Punktschrift etwas vorlas. Das war sehr beeindruckend, denn die Schüler hatten selbst die Punktschrift hergestellt und festgestellt, wie schwierig es ist, auch nur einzelne Buchstaben (Punkte) zu ertasten. Auch Probleme im Alltag wurden thematisiert. So verunsicherte in der Corona-Zeit z.B. an Bushaltestellen das Abstandhalten, Autos mit Elektroantrieb, die man kaum hört. Frau Thomaka war nun schon zum dritten Mal zu Gast an der Gesamtschule Schwingbach und gab der 7b nicht nur interessante Informationen, sondern auch einen wichtigen Satz mit auf den Weg: „Leute sind nett, wenn man auch nett ist.“

(Text & Fotos: A.Cordes)

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