Laut einer Befragung, im Rahmen einer Gruppenarbeit, erwarteten die Schüler und Schülerinnen von ihrem Besuch, mehr Informationen über das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald zu erfahren, insbesondere über den Alltag und die Lebensbedingungen der Häftlinge sowie das brutale Vorgehen der SS.
Im Rahmen der pädagogischen Betreuung arbeiteten die beiden Klassen vor Ort getrennt. Unter Leitung von Herrn Gaede, sowie der Betreuung von zwei Praktikanten der Gedenkstätte, erhielten die Schüler der Klasse 10b zunächst eine Einführung anhand alter Fotos. Sie sollten berichten was auf den Bildern zu sehen ist und sie den einzelnen Themen ihrer Gruppenarbeiten (siehe unten) zuordnen.
Anschließend gab es eine ausführliche Führung, bei der Herr Gaede den Schülern das Gelände des ehemaligen Arbeitslagers zeigte und versuchte ihnen die Geschichte des Lagers, insbesondere durch viele Beispiele aus Berichten von Zeitzeugen, zu verdeutlichen. Am bewegensten war für die Schüler dabei der Gang durch das ehemalige Krematorium, welches heute für viele Familienangehörige ermordeter Häftlinge aus den unterschiedlichsten Staaten ein Ort des Gedenkens ist.
Nach der Mittagspause in der Jugendbegegnungsstätte, begannen die Schüler mit ihren Gruppenarbeiten zu folgenden Themen: KZ Buchenwald - Lebensbedingungen und Alltag im Konzentrationslager, Medizinische Experimente, Insassen des Lagers, Paul Schneider in Buchenwald, Die Täter – Infos (Biographien), Widerstand in Buchenwald und die Befreiung des Konzentrationslagers. Die Schüler arbeiteten, unter Hilfe der pädagogischen Betreuer, engagiert an ihren jeweiligen Projekten. Dazu erhielten sie vielfältige Materialien in Form von Büchern und Bildern. Des weiteren nutzten die meisten Gruppen für ihre Arbeiten viele der vorhandenen Museumsstücke aus den Ausstellungen der Gedenkstätte.
Im Anschluss an die Gruppenarbeiten bekamen die Schüler die einmalige Möglichkeit, sich mit einem ehemaligen Häftling des Lagers zu unterhalten und somit die Gelegenheit mit einem direkten Zeitzeugen zu sprechen. Der ehemalige Häftling aus Frankreich, berichtete im Beisein deutscher und französischer Schüler vom damaligen Lagerleben und beantwortete Fragen. Er zeigte sich tief bewegt und sagte auch, dass es ihn sehr freue zu sehen, dass junge Menschen die Gedenkstätte besuchen und sich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Abschließend versammelten sich alle gemeinsam zu einer Schweigeminute an der Gedenkplatte.
Die zuvor geäußerten Erwartungen der Schüler wurden überwiegend erfüllt, jedoch war es für viele sehr schwer zu verstehen, wie Menschen dazu in der Lage sind, „solche Grausamkeiten“ zu begehen. Weitere Erkenntnisse sammelten die Schüler durch ihre Gruppenarbeiten, die im Rahmen der Exkursionsnachbereitung, in Form von Präsentationen, im Geschichtsunterricht vorgestellt werden. Nach den gesammelten Erfahrungen hoffen alle Beteiligten, dass „so etwas“ nie wieder passiert.
Dokumentation von Dimitris Karras und Florian Moos (Klasse 10b)